Mittwoch, 4. November 2026
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Thermische Sanierung 2027: Bundesförderung startet am 4. Jänner neu

Der Bund stellt 2027 für Dämmung und Fenstertausch 321 Millionen Euro bereit, Anträge sollen ab 4. Jänner möglich sein. Die genauen Förderhöhen stehen allerdings noch aus.

Redaktion Post Wien3 Min. Lesezeit

Wer in Wien eine Fassade dämmen oder Fenster tauschen will, bekommt vom Bund derzeit keinen neuen Zuschuss. Das ändert sich mit Jahresbeginn: Ab 4. Jänner 2027 stehen laut Bund wieder Mittel für die thermische Sanierung bereit. Für Dämmungen und den Tausch alter Fenster sind 321 Millionen Euro vorgesehen, im Sommer war noch von 181 Millionen die Rede. Insgesamt umfasst die Sanierungsoffensive 2027 rund 500 Millionen Euro, die restlichen 179 Millionen gehen an den Kesseltausch.

Für Eigentümer heißt das: Jetzt ist die Zeit für Vorbereitung, nicht unbedingt für Aufträge. Die Richtlinien mit den endgültigen Beträgen fehlen noch.

Warum es derzeit keine neuen Anträge gibt

Der Sanierungsbonus 2026 wurde stark nachgefragt. Seit 2. Februar 2026 sind keine neuen Registrierungen mehr möglich, im Juli meldete der Bund die Mittel der gesamten Offensive als ausgeschöpft. Bestehende Registrierungen und Anträge bleiben aber gültig und werden weiter bearbeitet.

Im abgelaufenen Programm lagen die Pauschalen für Ein- und Zweifamilienhäuser sowie Reihenhäuser bei bis zu 5.000 Euro für Einzelbauteile, 10.000 Euro für Teilsanierungen und 15.000 bis 20.000 Euro für umfassende Sanierungen. Gedeckelt war der Zuschuss bei 30 Prozent der förderfähigen Kosten. Diese Beträge sind ein Vergleichswert und gelten nicht automatisch für 2027.

Was für 2027 bisher bekannt ist

Nach Angaben des Fachportals wohnnet bleibt die Obergrenze von 30 Prozent der förderfähigen Kosten bestehen. Das Gebäude muss bei Antragstellung älter als 15 Jahre sein. Gefördert werden sollen Einzelbauteile sowie Teil- und umfassende Sanierungen, die den Heizwärmebedarf um mindestens 40 Prozent senken. Im mehrgeschoßigen Wohnbau sind umfassende Sanierungen, Fenstersanierungen und der Fenstertausch in einzelnen Wohnungen vorgesehen.

Das Hausbau Magazin berichtet über weitere angekündigte Werte, die als vorläufig gelten müssen:

  • Fenster im Rahmen einer Sanierung: bis 4.000 Euro
  • Fenster mit außenliegendem Sonnenschutz: bis 5.000 Euro
  • Mehrgeschoßbau ab drei Wohneinheiten: bis 100 Euro je Quadratmeter bei umfassender Sanierung
  • Fassaden- oder Dachbegrünung: zusätzlich 150 Euro je Quadratmeter

Offen ist laut diesem Bericht, ob Leistungen vor dem 4. Jänner 2027 rückwirkend anerkannt werden. Das Magazin rät deshalb, bis Jänner nicht zu beauftragen, sofern die Richtlinie keine Rückwirkung erlaubt. Für die Heizungsförderung gelten eigene Fristen, sie sind in unserem Bericht zur Kesseltausch-Förderung zusammengefasst.

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Was in Wien zusätzlich möglich ist

Für Wohnhäuser gibt es auch eine Landesförderung über den wohnfonds_wien. Laut dessen Übersicht mit Stand Oktober 2026 sind bei der thermischen Sanierung der Gebäudehülle nicht rückzahlbare Beiträge von 35 bis 200 Euro je Quadratmeter Nutzfläche vorgesehen, gestaffelt nach der erreichten Qualität. Für einzelne Bauteile sind es 35 Euro je Quadratmeter, höchstens 15 Prozent der Gesamtbaukosten. Eigenheime und Kleingartenwohnhäuser werden über die Hauskunft beraten und über die MA 50 abgewickelt. Landesförderungen konnten mit dem Sanierungsbonus 2026 kombiniert werden, ob das 2027 gleich bleibt, zeigt die neue Richtlinie.

So bereiten sich Eigentümer vor

Sinnvoll ist es, schon jetzt die Grundlagen zu klären. Für den Bonus 2026 war ein Energieberatungsprotokoll des Landes Pflicht, in Wien erhältlich über die Hauskunft. Bei Teil- und umfassenden Sanierungen brauchte es zudem einen Energieausweis, der Ausgangszustand und Ergebnis belegt. Wer Angebote von Fachbetrieben einholt, sollte Bindefristen beachten, damit sie bis zum Erscheinen der Richtlinie gültig bleiben.

Wie viel eine Sanierung bringen kann, zeigt der Wiener Gemeindebau. In der Alliogasse 21 in Rudolfsheim-Fünfhaus sank der Heizwärmebedarf laut Wiener Wohnen von 121 auf rund 28 Kilowattstunden je Quadratmeter und Jahr. Ob sich ein solcher Schritt beim eigenen Haus rechnet, behandelt der Beitrag Fassade dämmen.

Häufige Fragen

Ab wann kann man die Sanierungsförderung 2027 beantragen?

Die Mittel für die thermische Sanierung sollen ab 4. Jänner 2027 zur Verfügung stehen. Die genauen Regeln sollen in den Förderrichtlinien stehen, die noch nicht vorliegen.

Kann ich noch den Sanierungsbonus 2026 beantragen?

Nein, neue Registrierungen sind seit 2. Februar 2026 nicht mehr möglich. Bereits bestehende Registrierungen und Anträge bleiben gültig.

Sollte ich jetzt schon einen Auftrag vergeben?

Das ist riskant, solange nicht feststeht, ob vor dem 4. Jänner 2027 erbrachte Leistungen anerkannt werden. Klären lässt sich das erst mit der Richtlinie oder bei der zuständigen Beratungsstelle.

Quelle: Sanierungsoffensive des Bundes, oesterreich.gv.at, WKO, MeinBezirk, wohnnet, Hausbau Magazin, wohnfonds_wien, Wiener Wohnen