Dienstag, 3. November 2026
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Kesseltausch-Förderung: Anmeldung wieder offen, Zuschüsse deutlich kleiner

Seit 2. November können Besitzer von Ein-, Zwei- und Reihenhäusern den Tausch von Öl- und Gasheizungen wieder zur Bundesförderung anmelden. Die Pauschalen liegen bei 4.000 bis 6.000 Euro.

Redaktion Post Wien3 Min. Lesezeit

Der Bund hat die Förderung für den Tausch fossiler Heizungen wieder geöffnet. Seit 2. November 2026 läuft die Online-Registrierung für die Aktion "Kesseltausch 2026". Die Mittel der ersten Runde waren im Juli ausgeschöpft, nun stehen Gelder aus stornierten und verfallenen Registrierungen zur Verfügung. Die Zuschüsse fallen allerdings spürbar niedriger aus als zuvor.

Für Wien ist die Aktion vor allem in den Einfamilienhaus- und Reihenhausgebieten der Außenbezirke interessant. Wer in einem Mehrparteienhaus wohnt, ist von dieser Schiene nicht erfasst, hat aber andere Möglichkeiten.

Was der Bund jetzt zahlt

Die Förderung ist als Pauschale angelegt. Die Höhe richtet sich nach dem neuen Heizsystem:

  • 4.000 Euro für den Anschluss an Nah- oder Fernwärme
  • 5.000 Euro für eine Wärmepumpe
  • 6.000 Euro für eine Holzzentralheizung

Damit liegen die Beträge jeweils 2.500 Euro unter jenen der ersten Runde, die 6.500, 7.500 und 8.500 Euro vorsah. Weiterhin gibt es zwei Zuschläge: 2.500 Euro für eine geeignete thermische Solaranlage und 5.000 Euro für eine neue Tiefenbohrung oder einen Brunnen bei bestimmten Wärmepumpen.

Nach einem Bericht der Branche über die Pressekonferenz der Bundesregierung vom 15. Oktober werden bis Jahresende rund 20 Millionen Euro aus nicht umgesetzten Projekten erwartet. Wie lange dieses Geld reicht, ist offen.

Wer ansuchen kann

Antragsberechtigt sind Privatpersonen in Ein-, Zwei- und Reihenhäusern, darunter Eigentümer, Bauberechtigte und Mieter. Ersetzt werden können Öl-, Gas- und Kohle- oder Koksheizungen sowie Elektrospeicheröfen. Ein Fernwärmeanschluss hat Vorrang, wenn er technisch möglich und wirtschaftlich zumutbar ist. Das betrifft auch Wiener Lagen, in denen ein Netz bereits in der Nähe liegt.

In der ersten Runde durfte die Anlage nur von einem befugten Betrieb installiert werden, Eigenleistungen waren ausgeschlossen. Außerdem verlangte das Infoblatt ein Energieberatungsprotokoll des Bundeslandes. Ob einzelne Details für die laufende Runde abweichen, sollte man vor der Registrierung auf der Website der Sanierungsoffensive prüfen.

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Fristen und Ablauf

Der Ablauf ist zweistufig. Zuerst wird online registriert, das reserviert das Fördergeld. Danach bleiben neun Monate, um die neue Heizung einzubauen, abzurechnen und den eigentlichen Antrag einzureichen. Die Auszahlung folgt nach der Prüfung.

  • Registrierung seit 2. November 2026
  • Anrechenbar sind Lieferungen und Leistungen ab 7. Oktober 2026
  • Schluss ist, sobald das Budget aufgebraucht ist, spätestens am 31. Dezember 2026
  • Neue Runde ab 4. Jänner 2027

Für 2027 sind insgesamt 500 Millionen Euro vorgesehen, davon 179 Millionen für den Kesseltausch und 321 Millionen für die thermische Sanierung. Die Pauschalen bleiben laut bisherigen Angaben auf dem nun geltenden Niveau. Die endgültigen Förderbestimmungen sollen voraussichtlich im Dezember vorliegen.

Was das für Wien bedeutet

Für den mehrgeschoßigen Wohnbau gibt es beim Bund eine eigene Förderschiene mit eigenen Bestimmungen. Welche Heizsysteme in Wiener Wohnhäusern infrage kommen, zeigt unser Überblick Raus aus Gas. Mit der Technik im Bestand befasst sich der Beitrag Wärmepumpe im Wiener Mehrparteienhaus.

Dazu kommt die Landesförderung. Laut einer Übersicht des Österreichischen Biomasse-Verbands mit Stand Februar 2026 zahlt die Stadt Wien einen Zuschuss von 35 Prozent der anerkannten Kosten, bei Wohnungen bis zu 5.250 Euro, bei Eigenheimen bis zu 8.000 Euro. Voraussetzungen sind unter anderem Hauptwohnsitz und die Einhaltung von Einkommensgrenzen. Die Kombination mit der Bundesförderung ist laut dieser Übersicht möglich. Weil der Stand einige Monate zurückliegt und die Auszahlung vom Budget abhängt, empfiehlt sich vor der Entscheidung eine Rückfrage bei der Stadt. Weitere Beiträge finden sich in der Rubrik Energie.

Häufige Fragen

Bis wann kann man sich für den Kesseltausch registrieren?

Längstens bis 31. Dezember 2026, sofern noch Budget vorhanden ist. Ab 4. Jänner 2027 startet die neue Runde der Sanierungsoffensive.

Gilt die Förderung auch für Wohnungen im Mehrparteienhaus?

Nein, diese Aktion richtet sich an Ein-, Zwei- und Reihenhäuser. Für den mehrgeschoßigen Wohnbau gelten eigene Förderbestimmungen des Bundes.

Werden bereits begonnene Arbeiten anerkannt?

Anrechenbar sind Lieferungen und Leistungen ab 7. Oktober 2026. Ältere Rechnungen zählen für diese Runde nicht.

Quelle: Sanierungsoffensive des Bundes, MeinBezirk, wohnnet, WOLF Heiztechnik, Biomasse-Verband