Mittwoch, 4. November 2026
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Parkgebühren Wien: 11,5 Millionen Euro Minus trotz Erhöhung um 30 Prozent

Trotz höherer Tarife seit Jänner rechnet die Stadt Wien heuer mit 11,5 Millionen Euro weniger aus der Parkometerabgabe als budgetiert. Eine Auswertung nach Bezirken gibt es nicht.

Redaktion Post Wien3 Min. Lesezeit

Die Stadt Wien erwartet für 2026 bei der Parkometerabgabe voraussichtlich 11,5 Millionen Euro weniger, als im Budget vorgesehen war. Das geht aus einer Anfragebeantwortung von Finanzstadträtin Barbara Novak (SPÖ) hervor, über die MeinBezirk am Montag berichtet hat. Bemerkenswert ist die Lücke, weil die Tarife erst mit 1. Jänner 2026 um 30 Prozent gestiegen sind.

Wichtig für die Einordnung: Der Betrag beschreibt die Differenz zum Budgetansatz. Er bedeutet nicht automatisch, dass die Stadt weniger einnimmt als im Vorjahr. Laut Vienna.at sind die Einnahmen insgesamt gestiegen, nur nicht so stark wie angenommen. Wie hoch der ursprüngliche Budgetansatz war, geht aus den vorliegenden Berichten nicht hervor.

Was Parken seit Jänner kostet

Seit Jahresbeginn gelten in den Wiener Kurzparkzonen neue Sätze. Eine halbe Stunde wurde um 40 Cent teurer. Die Abgabe staffelt sich nun so:

  • bis 15 Minuten: gratis
  • 30 Minuten: 1,70 Euro
  • 60 Minuten: 3,40 Euro
  • 90 Minuten: 5,10 Euro
  • 120 Minuten: 6,80 Euro

Für das Parkpickerl stieg die Abgabe auf 156 Euro pro Jahr. Wer nachlesen möchte, wie das System grundsätzlich funktioniert, findet die Regeln in unserem Beitrag Parkpickerl in Wien.

Welche Gründe die Stadt nennt

Novak führt in ihrer Antwort drei Faktoren an: die Ausweitung des Anrainerparkens und der Kurzparkzonen, die Tariferhöhung selbst sowie dadurch ausgelöste Änderungen im Mobilitäts- und Parkverhalten. Höhere Gebühren könnten also dazu führen, dass Autofahrer seltener oder kürzer parken und damit weniger zahlen. Belegen konnte die Stadt diese Verhaltensänderungen laut MeinBezirk allerdings nicht konkret.

Die Anfrage von MeinBezirk wanderte dabei durch mehrere Stellen. Die für die Parkraumüberwachung zuständige MA 67 verwies an das Büro der Finanzstadträtin, dieses an die MA 6, die für Rechnungs- und Abgabenwesen zuständig ist.

Lenkungseffekt statt Einnahmenziel

Eine Sprecherin der Stadt erklärte gegenüber MeinBezirk, die Parkometerabgabe habe einen Lenkungseffekt. Preisänderungen könnten das Abstellverhalten beeinflussen und zu Mindereinnahmen in nicht vorhersehbarem Ausmaß führen. Zur Parkraumbewirtschaftung hielt sie fest: "Alleiniges Ziel der Parkraumbewirtschaftung ist nicht die maximale Einnahmenerzielung". Es gehe auch um die Steuerung der Verkehrsströme.

Aus Sicht dieser Argumentation wäre weniger Parkverkehr also kein reiner Misserfolg. Mit welchem Effekt die Stadt tatsächlich gerechnet hat, lässt sich aus den veröffentlichten Angaben jedoch nicht ablesen. Wie Wien den Straßenraum in einzelnen Grätzln verändern will, zeigt etwa das Low Traffic Grätzl in Meidling.

Keine Daten nach Bezirken

Eine Auswertung nach Bezirken gibt es nicht. Wo genau die Fahrzeuge standen, für die bezahlt wurde, ist der Stadt laut dem Bericht nicht bekannt. Damit lässt sich auch nicht sagen, in welchen Teilen Wiens sich das Parkverhalten am stärksten verändert hat, oder ob die Mindereinnahmen vor allem dort entstanden sind, wo zusätzliche Anrainerzonen eingerichtet wurden.

Im städtischen Gesamtbudget stehen dem Minus andere Entwicklungen gegenüber. Laut MeinBezirk hat sich die Defizit-Prognose für 2026 verbessert, weil sich andere Einnahmen besser als erhofft entwickelten, darunter Kommunalsteuer und Grundsteuer. Ein hoher Schuldenstand wird dennoch erwartet. Weitere Berichte finden sich in der Rubrik Verkehr.

Häufige Fragen

Wie hoch ist die Parkgebühr in Wien?

Seit 1. Jänner 2026 kostet eine Stunde in der Kurzparkzone 3,40 Euro, zwei Stunden kosten 6,80 Euro. Die ersten 15 Minuten sind gratis.

Warum fehlen der Stadt trotz höherer Tarife Einnahmen?

Die Stadt nennt die Ausweitung von Anrainerparken und Kurzparkzonen sowie mögliche Änderungen im Parkverhalten. Konkrete Belege für diese Änderungen konnte sie laut MeinBezirk nicht vorlegen.

Nimmt Wien heuer weniger ein als im Vorjahr?

Nicht zwingend, denn die 11,5 Millionen Euro beziehen sich auf den Budgetansatz. Laut Vienna.at sind die Einnahmen insgesamt gestiegen, aber weniger stark als geplant.

Quelle: MeinBezirk, Vienna.at, ÖAMTC, SPÖ Wien

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