Therapiezentrum chronischer Schmerz: Rund 800 Patienten im ersten Jahr
Das Therapiezentrum chronischer Schmerz im Rabenhof in Wien-Landstraße hat in einem Jahr rund 800 Menschen neu aufgenommen und rund 8.000 Behandlungen durchgeführt.
Redaktion Post Wien3 Min. Lesezeit
Ein Jahr nach der Eröffnung hat das Therapiezentrum chronischer Schmerz (TCS) im Rabenhof Bilanz gezogen. Von der Eröffnung bis Ende Oktober 2026 wurden rund 800 Menschen neu versorgt, insgesamt fanden rund 8.000 Behandlungen statt. Das teilten die Stadt Wien und die beteiligten Partner am 2. November mit.
Betrieben wird das Zentrum vom Herz-Jesu Krankenhaus im 3. Bezirk, das zu den Vinzenz Kliniken Wien gehört. Finanziert wird es von der Stadt Wien, der Österreichischen Gesundheitskasse und dem Wiener Gesundheitsfonds.
Warum es das Zentrum gibt
Von chronischem Schmerz sind in Österreich etwa 1,8 Millionen Menschen betroffen. Das TCS soll die Schmerzambulanzen der Wiener Spitäler entlasten und die Angebote des Wiener Gesundheitsverbundes und des AKH ergänzen. Nach dem Österreichischen Strukturplan Gesundheit soll jedes Bundesland einen abgestuften Zugang zur Schmerztherapie ermöglichen.
Gesundheitsstadtrat Peter Hacker bezeichnete das Zentrum als Meilenstein für Wien. Andreas Huss, Vorsitzender des Verwaltungsrates der ÖGK, sprach von einer geschlossenen Versorgungslücke. Michael Heinisch, Vorsitzender der Geschäftsführung der Vinzenz Gruppe, verwies darauf, dass Betroffenen selten gute Ärztinnen und Ärzte fehlten, sondern eine Begleitung, die alles koordiniert.
So läuft die Behandlung ab
Im TCS arbeitet ein Team aus mehreren Berufsgruppen: Fachärztinnen und Fachärzte, Pflegepersonen, Psychologinnen und Psychologen, Physio- und Ergotherapeutinnen, Diätologinnen und Verwaltungspersonal. Für das ärztliche Erstgespräch und die psychologische Begutachtung sind pro Person zwei Stunden vorgesehen.
Die Therapien finden ambulant statt, einzeln oder in Kleingruppen. Zu den genannten Methoden gehören Biofeedback und autogenes Training. Ziel ist es, Schmerzen zu verringern und die Selbsthilfe zu stärken. Auf zu hohe Erwartungen weist der Leiter des Zentrums, Manfred Greher, ausdrücklich hin: "Völlige Schmerzfreiheit ist nicht immer möglich."
Die Einrichtung richtet sich laut einer Information für Zuweiserinnen und Zuweiser an Erwachsene mit chronischen Schmerzen unterschiedlicher Ursachen, die meist seit mehr als drei Monaten bestehen. In dieser Information ist von einem mittleren Stadium der Chronifizierung die Rede.
Anmeldung und Kosten
Die Behandlung erfolgt auf e-Card. Laut Stadt Wien läuft die Anmeldung über die Gesundheitsberatung 1450.
In einer Zuweisungsinformation vom Jänner 2026 war zusätzlich ein anderer Weg beschrieben: Überweisung durch eine Ärztin oder einen Arzt sowie ein Anmeldeformular, das an das Zentrum geschickt wird. Wer sich anmelden möchte, klärt den aktuellen Ablauf am besten direkt über 1450 oder mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt.
Finanzierung vorerst bis Herbst 2027
Der Finanzierungsvertrag zwischen Stadt und Sozialversicherung gilt vorerst bis Herbst 2027. Die Erfahrungen aus dem Zentrum sollen in die weitere Planung von Versorgungsangeboten einfließen.
Das TCS ist nicht das einzige neue Angebot dieser Art. Im März 2025 wurde im AUVA-Traumazentrum in Wien-Meidling ein Schmerzzentrum eröffnet, das von der ÖGK mit weiteren Sozialversicherungsträgern getragen wird. Damals war von insgesamt drei Zentren in Wien die Rede, einschließlich eines weiteren Standorts in Floridsdorf oder der Donaustadt. Zum aktuellen Stand dieses Vorhabens enthält die aktuelle Aussendung keine Angabe.
Weitere Meldungen aus dem 3. Bezirk gibt es unter Landstraße, Nachrichten aus der ganzen Stadt in der Rubrik Wien.
Häufige Fragen
Wie meldet man sich im Therapiezentrum chronischer Schmerz an?
Laut Stadt Wien erfolgt die Anmeldung über die Gesundheitsberatung 1450. Eine ältere Zuweisungsinformation nannte zusätzlich Überweisung und Anmeldeformular.
Was kostet die Behandlung?
Die Behandlung erfolgt auf e-Card. Das Zentrum wird von Stadt Wien, ÖGK und Wiener Gesundheitsfonds finanziert.
Für wen ist das Zentrum gedacht?
Für Erwachsene mit chronischen Schmerzen, die meist seit mehr als drei Monaten bestehen. Laut Zuweisungsinformation meldet sich das Zentrum nach einer Evaluierung bei den Betroffenen.
Quelle: Rathauskorrespondenz der Stadt Wien, Ärztekammer für Wien, VIENNA.AT
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