Dienstag, 3. November 2026
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Netzentgelte Wien 2027: Strom wird bei den Netzkosten etwas günstiger

Der Entwurf der E-Control senkt die Stromnetzkosten für Wiener Haushalte 2027: Je nach Rechenmodell sind es 7 bis rund 21 Euro im Jahr. Bei Gas zeichnet sich österreichweit ein Plus ab.

Redaktion Post Wien3 Min. Lesezeit

Die Stromnetzkosten sollen für Wiener Haushalte im kommenden Jahr sinken. Die Regulierungsbehörde E-Control hat am 29. Oktober den Entwurf der Tarifverordnung für 2027 in Begutachtung geschickt. Die Frist läuft bis 20. November, in Kraft treten sollen die neuen Tarife am 1. Jänner 2027. Alle Zahlen sind daher vorläufig.

Für Wien bedeutet der Entwurf eine kleine Entlastung. Wie groß sie ausfällt, hängt allerdings davon ab, welchen Haushalt man der Rechnung zugrunde legt. Im Umlauf sind derzeit unterschiedliche Werte.

Warum die Zahlen auseinandergehen

Die Wiener Netze rechnen mit einem durchschnittlichen Wiener Haushalt, der 2.000 Kilowattstunden im Jahr verbraucht. Für ihn sinkt das Netznutzungsentgelt um rund 3 Prozent, das sind etwa 7 Euro im Jahr oder 58 Cent im Monat.

Die Tabellen zum E-Control-Entwurf gehen dagegen von einem Modellhaushalt mit 3.500 Kilowattstunden aus. Laut einem Bericht von "Heute" ergibt das in Wien ein Minus von 20,24 Euro oder 4,8 Prozent im bisherigen System. Im neuen System mit stärkerer Gewichtung der Leistung sind es 21,17 Euro oder 5,0 Prozent. Die Werte sind also nicht direkt vergleichbar: Wer wenig Strom verbraucht, spart in absoluten Zahlen auch weniger.

Das Netzentgelt ist außerdem nur ein Teil der Stromrechnung. Der Gesamtbetrag muss sich deshalb nicht im gleichen Ausmaß ändern, denn Energiepreis, Steuern und Abgaben kommen hinzu.

Zwei Tarifsysteme ab 2027

Neu ist ein leistungsbasiertes Modell. Dabei zählt stärker, wie viel Leistung ein Haushalt gleichzeitig abruft, und nicht nur, wie viel Strom er insgesamt verbraucht. Netzbetreiber können zwischen 1. Jänner 2027 und 1. Juli 2028 umstellen, deshalb hat die E-Control für beide Systeme Tarife veröffentlicht.

Wer Verbrauchsspitzen vermeidet, etwa beim Laden eines Elektroautos oder beim Betrieb einer Wärmepumpe, kann laut Energieministerium künftig niedrigere Netzentgelte erreichen. Die Umstellung erfolgt schrittweise. Mit der Frage, wie sich Strom im eigenen Haushalt besser verteilen lässt, befasst sich auch unser Beitrag zum Stromspeicher.

Österreichweit große Unterschiede

Im Bundesschnitt sollen die Netzentgelte für Haushalte um rund 3,6 Prozent oder etwa 15 Euro im Jahr sinken, im neuen System um 5,7 Prozent oder rund 24 Euro. Die Bandbreite ist groß: Niederösterreich liegt laut den veröffentlichten Tabellen deutlich im Minus, in Kärnten und einzelnen Städten wie Graz oder Linz geht es dagegen nach oben.

Zuvor waren die Netzentgelte 2025 um mehr als 20 Prozent gestiegen, 2026 fiel das Plus mit rund 1 Prozent gering aus. Für die Jahre 2027 bis 2029 stehen laut Energieministerium rund 450 Millionen Euro bereit, um die Netzkosten zu dämpfen. Grundlage ist das Billigstromgesetz. Die Wiener Netze geben an, jährlich mehr als 490 Millionen Euro in Instandhaltung und Ausbau zu investieren.

Gas entwickelt sich anders

Bei Gas zeigt der Trend in die Gegenrichtung. Das Ministerium erwartet für Haushalte im Schnitt ein Plus von rund 7 Prozent bei den Netzentgelten. Als Grund nennt es sinkende Absatz- und Transitmengen, wodurch sich die Fixkosten der Leitungen auf weniger Verbrauch verteilen. Ein eigener Wert für Wien ist darin nicht ausgewiesen. Für Haushalte, die über einen Umstieg nachdenken, bietet unser Überblick Raus aus Gas eine Orientierung. Weitere Meldungen gibt es in der Rubrik Wirtschaft.

Häufige Fragen

Wann gelten die neuen Netzentgelte?

Geplant ist der 1. Jänner 2027. Der Entwurf ist bis 20. November in Begutachtung, die endgültigen Werte legt die E-Control danach fest.

Wird meine Stromrechnung um 5 Prozent günstiger?

Nein, nicht automatisch. Die Prozentwerte betreffen nur das Netzentgelt, und das ist nur ein Teil der Rechnung.

Warum nennen die Wiener Netze niedrigere Beträge als die E-Control?

Die Wiener Netze rechnen mit 2.000 Kilowattstunden Jahresverbrauch, die E-Control-Tabellen mit einem Modellhaushalt mit 3.500 Kilowattstunden. Darum sind die Ergebnisse nicht direkt vergleichbar.

Quelle: Wiener Netze via OTS, Energieministerium via OTS, Heute

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