Mittwoch, 4. November 2026
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Gastarbeiter-Denkmal in Favoriten: Wien plant Erinnerungsort bis 2030

Wien plant ein Denkmal für die Gastarbeiter-Generation, geprüft wird das Umfeld des Hauptbahnhofs. Fertig sein soll es bis 2030, das Geld für die Errichtung soll vor allem aus Spenden kommen.

Redaktion Post Wien3 Min. Lesezeit

Wien soll ein Denkmal für jene Menschen bekommen, die ab den 1960er-Jahren als Arbeitskräfte in die Stadt kamen. Das Vorhaben wurde diese Woche von Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler (SPÖ), der Volkshilfe Wien und dem waff vorgestellt. Als Standort ist das Umfeld des Hauptbahnhofs in Favoriten im Gespräch, fertig sein soll das Denkmal spätestens 2030.

Der Ort hat einen historischen Bezug. Viele Gastarbeiterinnen und Gastarbeiter kamen am früheren Südbahnhof an. Der Bahnhof war nicht nur ihre erste Station in Wien, sondern blieb laut Volkshilfe auch Treffpunkt, Ort der Jobsuche und Verbindung zu den Familien in den Herkunftsländern.

Wo das Denkmal stehen soll

Fixiert ist der genaue Platz noch nicht. Laut Volkshilfe wird ein möglicher Standort im Umfeld des ehemaligen Südbahnhofs geprüft. MeinBezirk berichtet von einem Gelände der ÖBB hinter dem Hauptbahnhof, über das Gespräche mit dem Unternehmen laufen. Mehr über den Bezirk steht in unserem Bezirksporträt Favoriten.

Inhaltlich soll das Denkmal über die klassische Anwerbung hinausgehen und Arbeitsmigration in Österreich insgesamt darstellen. Wie es aussehen wird, ist offen. Das entscheidet ein künstlerischer Wettbewerb, den die Organisation KÖR Kunst im öffentlichen Raum Wien durchführt.

Der Zeitplan und seine offenen Punkte

Die Angaben zu den einzelnen Schritten unterscheiden sich je nach Bericht. Heute und Kosmo nennen folgenden Ablauf:

  • 2027: Ein wissenschaftlicher Beirat nimmt die Arbeit auf
  • 2028: Künstlerischer Wettbewerb
  • 2029: Juryentscheidung und Beginn der Umsetzung
  • 2030: Spätester Termin für die Fertigstellung

MeinBezirk schreibt dagegen, der Beirat werde noch 2026 einberufen und die Ausschreibung folge 2027. Einig sind sich die Berichte beim Ziel, das Denkmal bis spätestens 2030 fertigzustellen. Die Aussendung der Volkshilfe nennt keinen Zeitplan.

Spenden sollen die Errichtung tragen

Die Kosten werden laut Heute auf 150.000 bis 250.000 Euro geschätzt. Das Wettbewerbsverfahren bezahlt die Stadt über die Kulturabteilung MA 7. Die Errichtung selbst soll vor allem über Spenden finanziert werden, etwa durch Bausteinaktionen, an denen sich auch Privatpersonen beteiligen können. Erhofft wird außerdem Unterstützung von Unternehmen und Sozialpartnern. Die Initiative erhielt laut Volkshilfe bereits Geld vom "Guten Rat für Rückverteilung".

Die Idee stammt von Savo Ristić und Senol Grasl-Akkilic, die im Umfeld der Volkshilfe Wien tätig sind. Geschäftsführerin Tanja Wehsely begründet das Projekt so: "Wer über den Wohlstand Österreichs spricht, muss auch über die Menschen sprechen". Kaup-Hasler beschreibt das Denkmal als "lebendiges Zeugnis". Ergänzend plant die Volkshilfe im Sonnwendviertel einen Bildungsraum mit Workshops und Veranstaltungen zur Geschichte der Arbeitsmigration, auch für Schulklassen.

Warum Wien gerade jetzt erinnert

Österreich schloss 1962 ein Anwerbeabkommen mit Spanien, 1964 mit der Türkei und 1966 mit dem damaligen Jugoslawien. Die Vereinbarung mit Jugoslawien liegt damit 60 Jahre zurück. Laut waff-Geschäftsführer Marko Miloradović war das Abkommen mit Jugoslawien eine Antwort auf einen massiven Arbeitskräftemangel. Heute habe die Hälfte aller erwerbstätigen Wienerinnen und Wiener im Ausland geborene Eltern. Miloradović, dessen Großeltern selbst als Gastarbeiter nach Österreich kamen, betont die Bedeutung dieser Menschen für den Wiener Arbeitsmarkt.

Weitere Meldungen aus den Bezirken finden sich in der Rubrik Bezirke.

Häufige Fragen

Wo entsteht das Gastarbeiter-Denkmal in Wien?

Geprüft wird ein Standort im Umfeld des Hauptbahnhofs in Favoriten, wo früher der Südbahnhof lag. Der genaue Platz steht noch nicht fest.

Wann wird das Denkmal fertig?

Das Ziel lautet spätestens 2030. Die Berichte nennen für die Zwischenschritte leicht unterschiedliche Jahre.

Wer bezahlt das Denkmal?

Die Stadt Wien finanziert das Wettbewerbsverfahren. Für die Errichtung, geschätzt auf 150.000 bis 250.000 Euro, sollen vor allem Spenden gesammelt werden.

Quelle: Volkshilfe Wien, MeinBezirk, Heute, Kosmo

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